Nachtstreife
Nachtstreife | ZDF
22 Uhr – Dienstbeginn für D. Acht Stunden Streifendienst liegen vor ihr. Acht Stunden, von denen die Polizistin niemals weiß, was sie ihr bringen werden. Streifenpolizistin – für die 27-jährige ein ein echter Traumberuf.
Man weiß immer nicht, was der Abend bringt. Es kann ganz ruhig bleiben. Aber es kann, wenn es frisch Geld gab, das merkt man immer oder Vollmond ist, das merkt man auch komischerweise immer, ja, dann kann man alles mögliche erleben, von Kleinkram bis zu Mord, das weiß man vorher nicht, da muss man [D., Polizistin]
Auf knapp zwei Millionen Einwohner kommt eine viertel Million Straftaten pro Jahr. Für die Polizei: ein Stressjob rund um die Uhr. Für D. geht es sofort los. Ein Mann fühlt sich von einer Frau bedroht. Mehr wissen die Beamten zu diesem Zeitpunkt nicht. Das Päarchen soll in einer Wohngemeinschaft leben. Die Polizei haben auch sie nicht zum ersten Mal im Haus.
Ich hab versucht, mich zurück zu ziehen und hab mich hier mit meiner Holzlatte mich einzubarikadieren von hinten und meine Mitbewohnerin dann vor der Tür, hämmert volle Granate gegen die Tür, man sieht hier die Einschläge an der Dose Fisch. Das geht seit einer, anderthalb Stunden. Oben die sind mit Sicherheit wach, unten die sind mit Sicherheit [H., hat Streit mit seiner Mitwohnerin]
Seine Mitbewohnerin ist vollkommen aufgelöst. Sie möchte von uns nicht gefilmt werden. Hinter verschlossener Tür hat D. versucht, die Frau zu beruhigen.
Ja, sie weint ein bisschen, steht ein bisschen unter dem Eindruck des Geschehens. Wir versuchen jetzt ein bisschen zu vermitteln und mal gucken, wie wir jetzt weiter vorgehen. [D., Polizistin]
Schuldfragen sind hier nicht zu klären. Die Beamten wollen erst einmal Ruhe schaffen.
Kriegen wir das so hin, dass wenn wir hier wegfahren, dass sie in ihrem Zimmer bleiben? Ich nehm sie beim Wort, dass jetzt ab sofort hier Ruhe ist. Und längerfristig sollten sie sich vielleicht mal Gedanken machen, sich vielleicht doch mal ne eigen Wohnung zu suchen, weil so WG hin oder her, wenns nicht funktioniert, dann sollte man seinen eigenen Weg gehen. [O., Polizist]
Die Besatzung im Streifenwagen tauscht regelmäßig. Heute ist D. mit Kollege O. unterwegs. Diese Adresse kennen die Beamten bereits: auch hier sind sie mehrmals pro Woche. Diese Nachbarin hat sich beschwert. Das Problem: Lärm.
Türengeknalle, Wändegetrete und ... Haben sie sie schon mal drauf angesprochen? Ja, aber das interessiert sie nicht. Ich hab mir das jetzt 24 Tage angehört, ich brauch auch mal meine Ruhe. [K., Anwohnerin]
Auch die Lärmquelle ist den Beamten bekannt. Diese Dame ermahnen sie nicht zum ersten Mal.
Was ist Zimmerlautstärke. Machen Sie mal! Heute ist Wochenende! Ja, das macht nichts, machen sie mal den Fernseher ein bisschen lauter und ich sag ihnen, wo die Zimmerlautstärke aufhört! Noch ein Müh leiser. Ja, gut, damit können wir alle leben! Joa? Gut!
Wenige Minuten später: Großeinsatz. Nach einem Lagerfeuer an der Elbe sollen Jugendliche mit Fackeln durch die Stadt gezogen sein und Autos angezündet haben. Mit 130 durch die Innenstadt. Die Kollegen sind bereits vor Ort. Sogar erste Festnahmen hat es bereits gegeben.
Wir haben Einsatz gehabt brennendes Fahrzeug und suchen jetzt die Täter. Hier jetzt rechts rein. Wir gehen jetzt zu Fuß in die Fahndung. [D., Polizistin]
Während die Kollegen den Park durchkämmen, sollen D. Und O. einen jungen Mann zur Wache eskortieren. Der junge Mann ist noch keine 18 Jahre alt und steht vermutlich unter Drogen. Für ihn ist die Party erst einmal zu Ende.
Der Herr steht im Verdacht der Brandstiftung an einem Fahrzeug, beteiligt gewesen zu sein, das müssen wir genau noch klären, bei der Durchsuchung von den Kollegen wurde noch Marihuana gefunden, das wird natürlich strafrechtlich verfolgt ... [D., Polizistin]
30 Personen wurden festgenommen. Jetzt suchen die Beamten nach Spuren. Die Angehörigen sind vom nächtlichen Anruf aus der Polizeiwache genervt.
Gut für ihn ist es natürlich nicht, das ist klar, ich muss um fünf aufstehen, Lust hab ich natürlich nicht jetzt hier zu stehen, aber je nachdem was vorgefallen ist, ist es weniger schlimmer, mal schauen … [R., Schwester]
Der Fall geht jetzt an die Kriminalpolizei. Der Mann muss vielleicht in der Wache übernachten.
Die Uhr zeigt mittlerweile Vier. Die Streitereien unter Alkoholeinfluss kommen im Minutentakt über Funk. Vor einer Diskothek sollen die Beamten die Schuldigen eine Prügelei ausfindig machen und für Ruhe sorgen.
Sie erhalten von mir einen Platzverweis, um weitere Schlägereien zu vermeiden. Weil ich ein Schläger bin. Das ist vorbeugend. Warum sagen sie das? Ist ne Frechhheit? Wir wollen auch nicht weiter diskutieren mit Ihnen. Sie haben einen Platzverweis. Kann ich meinen Ausweis wiederhaben? Gehen Sie. Sie haben einen Platzverweis. Los. Sie haben einen Platzverweis. Ja, gehen Sie!
Ich kenne meine Grenzen, ich weiß, dass ich bei einem Mann nicht große Chancen habe, außer wirklich durch Pfeffer oder des Einsatzstocks mich dann darüber zur Wehr zu setzen oder durchzusetzen. [D., Polizistin]